Meine Seele
dürstet nach Gott, nach
dem lebendigen Gott.
Psalm 42,3
Monatsspruch Juli 2022

Liebe Leserien und Leser,

Am Anfang war der Durst. Durst ist vielleicht das elementarste Körpersignal überhaupt. Bevor wir Hunger verspüren, frieren oder schwitzen, meldet sich der Durst. Das hängt damit zusammen, dass wir zum Leben nichts so sehr brauchen wie Wasser. Wasser ist Leben. Und wir selbst bestehen ja – wie die meisten Lebewesen – zu einem hohen Prozentsatz aus Wasser. Die Ärzte sagen nicht aus Spaß, dass es wichtig ist, viel zu trinken, mindestens zwei Liter am Tag. Nicht nur, wenn man den Durst direkt verspürt, sondern auch sonst. Wenn man ständig zu wenig trinkt, geht das Durstgefühl regelrecht verloren und muss wieder neu antrainiert werden. Besonders mit zunehmendem Lebensalter führt das sonst zu einer chronischen Austrocknung des
Körpers. Denn eigentlich ist der Durst da. Und Wasser ist wichtig, Wasser ist gewöhnlich und zugleich kostbar. Wasser ist heilig.


Am Anfang war der Durst. Der Durst nach Leben, nach Glück. Der Durst nach Liebe
und Bejaht-Werden. Der Durst nach Gemeinschaft und Anerkennung. Der Durst nach dem, was wir Gott nennen. Auch dieser Durst ist elementar und wohnt allen Menschen inne. Und auch diesen Durst kann man verleugnen und verlernen, bis man ihn am Ende gar nicht mehr spürt.


Mein Gott,
wie der Fisch
nicht ohne Wasser sein kann,
so kann ich nicht ohne dich sein.
Du hast mich erschaffen,
mit der Sehnsucht nach dir.
Ich möchte dir danken
für den Durst und den Hunger,
den ich spüre -
Zeichen dafür, dass ich lebe.
Ich komme, dir zu danken,
ich komme, dir zu sagen,
wie sehr ich das Leben liebe,
wie sehr ich mich sehne nach dir.
Voller Durst
strecke ich mich nach dir aus.
Ich darf schmecken und sehen,
wie freundlich du bist.
Vielleicht kann ich
gerade in der Urlaubszeit
meinen Durst nach dir neu spüren
und ihn stillen.
Danke, dass du mich aus dem Vollen
schöpfen lässt.
Amen.

Einen gesegneten Sommer

Ihr/Euer Pastor
Thomas Steinbacher