Bild: Martin Manigatterer (Pfarrbriefservice.de)

Von der Mitte gehalten

Was macht eine Gemeinde aus? Und wie kann diese Gemeinschaft gelebt werden, wenn ganz unterschiedliche Menschen mit verschiedener Herkunft, Veranlagung und Bildung zu einer Gemeinde gehören?

Der Abt eines Klosters antwortete auf diese Frage mit einem Bild: „Stellt euch ein Rad vor. Da sind Felge, Speiche und Nabe. Die Felge ist die umfassende Mauer, die aber nur äußerlich alles zusammenhält. Von diesem Rand des Rades aber laufen die Speichen in der Mitte zusammen und werden von der Nabe gehalten. Die Speichen sind wir selbst, die einzelnen unserer Gemeinschaft. Die Nabe ist Jesus Christus. Aus dieser Mitte leben wir. Sie hält alles zusammen.“

Was für ein Kloster gilt, gilt auch für eine Gemeinde. Sie lebt aus der Mitte – aus Christus selbst – heraus. Oder wie es der Apostel Paulus den Christen nach Korinth schreibt:

„Gott ist treu. Er selbst hat euch berufen zur Gemeinschaft mit seinem Sohn Jesus Christus, unserem Herrn.“

Als Gemeinde wachsen wir hin zu dieser Mitte Jesus Christus. Oder wie der Abt weiter ausführt:

„Je mehr sich die Speichen der Mitte nähern, um so näher kommen sie auch selbst zusammen. Ins konkrete Leben übertragen heißt das: Wenn wir uns Christus, der Mitte unserer menschlichen und geistlichen Gemeinschaft, wirklich und ganz nähern, kommen wir auch einander näher. Nur so können wir miteinander und füreinander und damit auch für andere leben.“

Ihr

Sven Tiesler, Pastor