Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.
Apostelgeschichte 5, 29

 

Es muss eine merkwürdige Situation gewesen sein. Petrus steht mit den übrigen Aposteln vor dem jüdischen Rat. Erst gestern hatten sie im Tempel Jesus verkündigt. Das passte wohl der religiösen Elite nicht. Also sperrten sie die Apostel für eine Nacht ins Gefängnis.

Aber sie können es nicht lassen. Heute Morgen stehen sie wieder im Tempel und erzählen von Jesus.

Nun sind die Obersten richtig erbost. Sie lassen die Apostel holen und befragen sie. Warum sie entgegen des ausdrücklichen Verbots weiterhin von Jesus predigen? Da gibt Petrus ihnen diese Antwort: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Und dann hält er eine Predigt von Jesus, der um der Sünde der Menschen willen gestorben ist. Ihn hat Gott auferweckt und zum König aller Könige eingesetzt.

„Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“ Das heißt doch: Ich muss zunächst darauf hören, was Gott mir sagt.

So möchte uns der Monatsspruch in das Hören auf Gottes Wort bringen. Er möchte, dass wir Gottes froher Botschaft vertrauen und ihm unser übergeben. Nach seinem Willen fragen: Herr, was willst du, dass ich tun soll? Eine Antwort kann ich vor allem im Gebet vernehmen. Das Gebet ist der Ort, an die Stimme Gottes zu mir dringt.

 

Das wird auch Petrus erfahren haben. Deshalb tritt er trotzig den Obersten entgegen, wohl wissend, dass es sie das Leben kosten konnte. Aber er und die anderen Apostel vertrauten auf das, was sie mit dem Auferstandenen erlebten und darauf, dass der Heilige Geist, der sie seit Pfingsten begleitete, ihnen Beistand leisten würde. Also zogen er und die Apostel los und predigten.

 

 Sven Tiesler, Pastor